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Drahtlose Mikrofone künftig anmelde- und gebührenfrei
#1
Drahtlose Mikrofone künftig anmelde- und gebührenfrei
Wer im Theater, bei Film oder Fern­sehen oder einem Vortrag vor Publikum ein schnur­loses Mikrofon betreiben wollte, brauchte eine Geneh­mi­gung. Künftig nicht mehr.

Henning Gajek13.04.2020 16:53
https://www.teltarif.de/drahtlose-mikrof...80264.html

Wenn die Stars im Fern­sehen oder Theater auftreten, haben Sie meist ein Mikrofon in der Hand, am Revers ange­klipst oder am Hals ange­hängt. Lange Kabel sind bei aufwen­digen Produk­tionen mehr als lästig und sie können zertreten, gequetscht oder gebro­chen werden oder es schleicht sich ein nerviges Brummen ein. Die elegante Lösung lautet über Funk.

Nagel­neue Funk­mi­kro­fone auf nicht mehr gültigen Frequenzen

Frequenzen für draht­lose Mikro­fone gibt es einige, doch sie änderten sich mit der Zeit immer wieder. Beispiels­weise mit der Einfüh­rung von LTE 800: Auf einmal kamen aus den Laut­spre­cher­boxen einer pfäl­zi­schen Gemeinde in ihrem frisch reno­vierten Dorf­ge­mein­schafts­haus schrille Töne und der Haus­meister hatte die Dorf­ju­gend im Verdacht. "Schuld" war ein frisch instal­lierter LTE-Sender im Ort.

Das Empfangsgerät eines professionellen schnurlosen Mikrofons tragen die Sprecher meistens versteckt auf dem Rücken oder in der Tasche des Jackets. Die Klammer rechts beinhaltet das MikrofonDas Empfangsgerät eines professionellen schnurlosen Mikrofons tragen die Sprecher meistens versteckt auf dem Rücken oder in der Tasche des Jackets. Die Klammer rechts beinhaltet das Mikrofon
Das Problem: Die dort verwen­deten nagel­neuen Funk­mi­kro­fone verwen­deten Frequenzen, die gerade für den LTE-Mobil­funk frei­ge­geben worden waren. Der Tech­niker des Herstel­lers erklärte dem verblüfften Bürger­meister die Lage, die Anlage musste umkon­fi­gu­riert werden. Der erzürnte Bürger­meister schrieb an die Bundes­kanz­lerin und die Kosten der Umrüs­tung wurden seiner­zeit über­nommen.
Anmel­dung entfällt

Bislang mussten die Funk­mi­kro­fone bei der Bundes­netz­agentur "ange­meldet" werden. Vor dem ersten Sende­be­trieb war eine kosten­pflich­tige "Frequenz-Zutei­lung" der Bundes­netz­agentur notwendig. Das wurde jetzt geän­dert, die Frequenz-Zutei­lung für Mikro­fone ist jetzt "allge­mein", sprich kosten­frei.

Für die profes­sio­nelle Nutzung von draht­losen Mikrofon-Frequenzen sind Frequenzen im Bereich zwischen 470 und 694 Mega­hertz zuge­teilt. Durch die Allge­mein­zu­tei­lung entfielen für bislang rund 18 000 Einzel­zu­tei­lungen (= Geneh­mi­gungen) Gebühren und Nutzungs­bei­träge. Der Bundes­kul­turrat hatte befürchtet, dass alle diese Frequenzen an den Mobil­funk gehen und damit der Nutzung durch die Kultur- und Krea­tiv­wirt­schaft entzogen werden könnten. Das ist nun zunächst nicht der Fall, aber das Risiko, dass auch dort eines Tages Mobil­funk auftau­chen könnte, bleibt immer im Hinter­grund bestehen.

700 MHz für Mobil­funk, 600 MHz später auch?

Aktuell sind die Mobil­funk-Netz­be­treiber dabei, die Frequenzen für LTE 700 und 5G 700 zu "erobern", in den USA ist LTE/5G bereits auf 600 MHz möglich und wird durch T-Mobile USA genutzt. Früher oder später dürfte das auch in Europa so kommen. Dann müssen die Frequenzen für draht­lose Mikro­fone entweder erneut "geschoben" oder deren Bänder exklusiv aus dem Mobil­funk "ausge­klam­mert" werden.

Betreiber von schnur­losen Mikro­fonen sollten sich aber von Zeit zu Zeit infor­mieren, auf welchen Frequenzen sie aktuell noch funken können und dürfen. Gute Anlagen erlauben es, die Frequenz im Rahmen der aktu­ellen Vorschriften und im Rahmen der tech­ni­schen Möglich­keiten bei Bedarf zu wech­seln. Die Anlagen müssen weiterhin "zerti­fi­ziert" (früher "zuge­lassen") und entspre­chend markiert sein. Die Konfor­mi­täts­er­klä­rung muss dem Gerät beim Kauf beiliegen.
Hubert Eckart
DTHG-Geschäftsstelle
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#2
Ein großer Erfolg der gemeinsamen Bestrebungen vieler Menschen der Kultur und Veranstaltungsbranche.
Ein ganz herzlicher Dank an alle, die sich seit Jahren um eine gute Lösung bemüht haben. Bis 2030 sind wir unter guten Bedingungen in der Arbeit sicher und unsere Bemühungen werden nach dem kooperativen Schulterschluss der Branche auch weiterhin sehr erfolgreich sein können!

https://www.bundesnetzagentur.de/SharedD..._2020.html
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